Wie bereits in meinem letzten Blogbeitrag angekündigt, folgt hier eine kleine Technikreview zu dem Livestream mit Sonja Fatma Bläser und HennaMond e.V.. Dieser Beitrag soll zeigen, über welche technischen Möglichkeiten ich verfüge, um auch konzeptionell anspruchsvolle Projekte professionell umzusetzen. Wer sich das Ganze lieber „Frei-Schnautze“  vorgetragen anschauen möchte, findet am Ende des Beitrags ein kleines Video dazu.

Raumsituation

Der Livestream wurde aus den Räumen von HennaMond in Köln-Longerich gesendet.
Dafür hatten wir zwei „Bühnen“ eingerichtet. Eine Bühne für die Interviews und eine Bühne für die Lesung von Sonja Fatma Bläser. Die Bühnen befanden sich in verschiedenen Räumen und lagen ca. 10 m auseinander.
Die Aufnahmetechnik wurde etwa auf halber Strecke zwischen den Räumen plaziert.

Lichttechnik

Um beide Setups auszuleuchten kamen mehrere Dauerlichter zum Einsatz. Diese mussten so positioniert werden, das zum einen die Mikrophone auf dem Mikrofongalgen und der Tonangel keine Schatten produzierten und zum anderen, dass Sonja Fatma Bläser und die Interviewbeteiligten nicht geblendet wurden.

Soundtechnik

Der komplizierteste Part bei einem Livestream ist der Sound.
Ein qualitiv hochwertiger, sendefähiger Sound hängt von zahlreichen, sehr komplexen Faktoren ab.

Räumliche Gegebenheiten

In den wenigsten Fällen dürfte die Raumsituation eines Livestreams einer professionellen Studioatmosphäre entsprechen. Hall und unerwünschte Nebengeräusche dürften zu den häufigsten Beeinträchtigungen gehören, die es gilt in den Griff zu bekommen. So war es auch bei diesem Livestream.
Während wir den Hall durch einige einfache Maßnahmen wie Raumverkleinerung durch Möblierung und Bühnenmolton einigermaßen gut in den Griff bekamen, mussten die Nebengeräusche, die insbesondere von der direkt vor den Räumlichkeiten befindliche Straßenbahnhaltestelle herkamen, über die Mikrofontechnik zusätzlich minimiert werden.

Soundtechnik

Insgesamt kamen 3 professionelle Mikrofone zum Einsatz, zwei sogenannte Shotgunmikrofone und 1 drahtloses Ansteckmikrofon (Rode NTG4+, Rode NTG1 und Rode wireless Go mit Lavaliermikrofon).
Mit den Shotgunmikrofonen wurde der Ton von Sonja Fatma Bläser bei der Lesung und von den Interviewpartnern via Mikrofongalgen bzw. Tonangel abgenommen. Kadriye Acar, die Moderatorin, erhielt das drahtlose Ansteckmikrofon, um trotz sich ständig verändernder Sitzposition eine konstante Aufnahmequalität zu bekommen, was ansonsten nur noch mit Tonangel möglich gewesen wäre. Aus Platzgründen schied diese Variante jedoch aus.
Alle drei Mikrofone waren an dem Rodecaster Pro, dem hervorragendem Audiomixer von Rode angeschlossen und eingemessen. Wichtiges Element des Audioprozessiong war das Noisegate, mit dem die Hintergrundgeräusche gut in den Griff zu bekommen waren, natürlich speziell in den Sprechpausen. Durch den Einsatz der Richtmikrofone konnten diese Hintergrundgeräusche während des Sprechens ganz gut reduziert werden.
Der Rodecaster Pro war seinerseits an einen der Audioeingänge des Videoswitchs angeschlossen. Um Bild- und Tonsignal beim Streamen synchron zu halten muss am Videoswitch noch eine entsprechende Latenz eingestellt werden.
Das Monitoring des Sounds fand am Rodecaster statt.
Die Kamerafrau für die mobile Kamera war mit mir ebenfalls über den Rodecaster per Funkmikrofon und Kopfhörer verbunden.

Video- und Bildtechnik

Insgesamt wurde der Livestream mit 3 Kameras gesendet. Hinzu kamen Video- und Diashow-Einblendungen, die über einen Computer eingespielt wurden. Als Kameras waren die Panasonic AG-HMC 151 (mobil auf Stativ und Dolly), die Nikon Z 6 und die Nikon Z 50 im Einsatz.
Die Kameras und der Computer wurden über den Blackmagic Mini Pro gesteuert und abgemischt. Die Bauchbinden wurden direkt vom Blackmagic abgerufen.
Der Blackmagic Mini Pro ist ein speziell für Livestreaming entwickelter Videomischer und Encoder. Er bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber bspw. OBS (Open Source Livestreaming Software), das wahrscheinlich am häufigsten für Livestreams verwendete Tool. Wesentliche Vorteile des Atem Mini sind bspw. der Einsatz von 4 und mehr Endgeräten und die Tatsache, dass die Last vom Encodieren auf dem Blackmagic und nicht auf einem Rechner liegt.

Ich denke anhand dieser Beschreibung kann man erahnen, wie technisch anspruchsvoll ein Livestream ist und welche Möglichkeiten sich dabei bieten, entsprechendes Know-How und technische Ausrüstung vorausgesetzt.
Durch Corona hat sich der Livestream zu einem wichtigen Kommunikationsmittel und sehr nützlichen Ersatz für Präsenzveranstaltungen entwickelt. Ich bin sicher, dass auch nach Corona der Livestream seine Bedeutung behalten wird und sich ein nützlicher Mix aus Stream und Präsenzveranstaltungen etablieren wird.
Mich als Anbieter professioneller Livestream-Lösungen bereichert dies um ein unglaublich spannendes und begeisterndes Geschäftsfeld.

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